Chinesische Medizin: Die asiatische Kunst zu Heilen

15.11.2010, 15:08 Uhr

Traditionelle chinesische Medizin: Heilkunde und Akupunktur Chinesische Medizin heilt seit 2000 Jahren

Seit mehr als 2000 Jahren schwören Chinesen auf die Heilkräfte von Kräutern und Tees. Und auch in europäisch-geprägten Ländern scheint die traditionelle chinesische Medizin immer mehr Einzug zu halten.

Das Gleichgewicht von Körper und Seele ist eines der Hauptbestandteile in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), die sich vor über 2000 Jahren in den asiatisch-geprägten Ländern entwickelt hat und noch bis heute praktiziert wird. Doch die Heilkunde der chinesischen Medizin wird nicht mehr nur ausschließlich von Menschen asiatischer Herkunft angewendet, auch in den europäischen Ländern sind die Therapiemethoden mittlerweile weit verbreitet und werden gerne als Alternative zur bekannten Schulmedizin eingesetzt.

Die wichtigste Grundlage zum Verständnis der chinesischen Traditionsmedizin ist die untrennbare Verbindung zwischen Mensch, Körper und Umwelt. In diesem Zusammenhang tritt häufig die Bezeichnung „Ying und Yang“ auf, die in der chinesischen Kultur Harmonie und Einheit verkörpern. Zur Erlangung dieses Zustandes bietet TCM verschiedene Therapieverfahren wie zum Beispiel die Akupunktur und die Kräuterheilkunde. Mit Hilfe der Akupunktur soll die Lebensenergie „Qi“ (gesprochen: Tschi) reguliert werden, um eventuelle Verspannungen, Schmerzen oder Erkrankungen zu beseitigen. Der Organismus soll sich durch die gezielten Nadelstiche selber wieder ins Gleichgewicht bringen. Die Arzneimittel in der chinesischen Medizin bestehen zum größten Teil aus pflanzlichen oder tierischen Produkten, denn im Gegensatz zu schulmedizinischen Präparaten, verzichtet die TCM auf pharmazeutische Wirkstoffe. Dem Körper werden dadurch weniger Schadstoffe zugeführt.

Doch die traditionelle chinesische Medizin ist keineswegs unumstritten. Nicht nur wegen des oftmals längeren Behandlungszeitraums, auch wegen der Wirksamkeit und Herstellung der Heilpräparate werden diese Therapiemethoden häufig kritisiert. Denn oftmals bestehen die zusammengestellten Arzneimittel aus giftigen Pflanzen, Pilzen oder aus den Körperteilen verschiedener Tierarten. Heilpraktiker der chinesischen Medizin müssen sich daher häufig Kritik von Tierschützern anhören. Doch auch die Wirkungsweisen sind trotz ihrer jahrtausendelangen Tradition noch nicht ausreichend getestet worden. Individuell zusammen gefügte Kräutermischungen können schon bei einem Gramm Abweichung große Unterschiede erzielen. Die traditionelle chinesische Medizin wird daher besonders häufig bei leichten Beschwerden angewendet, bei dauerhaften Krankheitserscheinungen sollte auf jeden Fall eine schulmedizinische Behandlungsmethode hinzugenommen werden.

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