Nicht immer liegen die Gründe für Adipositas in einer falschenErnährung.
Allerdings führt jede Gewichtszunahme wiederum auch zu einer Erhöhung des Energieverbrauchs – denn mehr Körpermasse verbraucht mehr Energie. Zu einer wirklich erheblichen und andauernden Gewichtszunahme kann es also nur kommen, wenn die Kalorienzufuhr stetig gesteigert wird. Wenn mangelnde Bewegung hinzukommt und kein Ausgleich für die überschüssigen Kalorien geschaffen wird, ist Übergewicht auf Dauer vorprogrammiert.
Die Ursachen für übermäßiges Essen wiederum sind vielfältig: Eine große Rolle können etwa erlernte Verhaltensmuster spielen („Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“), aber auch Belohnungsmechanismen („Jetzt habe ich mir aber eine schöne Tafel Schokolade verdient“), Stress, Langeweile oder fehlendes Wissen über gesunde und falsche Ernährung. Nicht selten wird auch fehlendes Sättigungsgefühl zum Problem: häufig haben adipöse Menschen nach dem Essen nicht das Gefühl, wirklich satt und zufrieden zu sein – und essen zwangsläufig mehr.
Alles nur Veranlagung?
Häufig wird übergewichtigen Menschen vorgeworfen, sie würden eine genetische Veranlagung nur als Vorwand für ihr falsches Essverhalten vorschieben. Richtig ist aber, dass die Gene tatsächlich eine große Rolle spielen. Es ist mittlerweile belegt, dass Erbanlagen mindestens ebenso großen Einfluss auf die Entwicklung von Übergewicht haben wie äußere Einflüsse. Gerade bei dicken Kindern sind meistens auch schon die Eltern übergewichtig – allerdings fallen hier sicher auch falsche Essgewohnheiten, die innerhalb der Familie weitergegeben werden, „ins Gewicht“. Tatsache ist auch: wer schon als Kind dick ist, bleibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsener.
Sind wir deshalb unseren Genen hilflos ausgeliefert? Jein. Es gibt Fälle, in denen es die genetische Disposition schwer oder gar unmöglich macht, ein normales Gewicht jemals zu erreichen. Doch in den meisten Fällen kann mit einer angemessenen Ernährung und ausreichender Bewegung sehr viel erreicht werden und man muss sich keineswegs kampflos in das Schicksal „einmal dick, immer dick“ fügen. Gene sind wichtig, aber eben nicht alles!





Adipositas - wenn dick sein krank macht: KOMMENTARE