Lebensmittellabor: Die Designerprodukte
Vor einigen Jahren führte Deutschland eine hitzige Debatte über genmanipuliertes Gemüse und auch der Skandal um Analog-Käse sorgte für viel Gesprächsstoff. Doch mittlerweile gibt es immer mehr Lebensmittel, die im Labor mit Zusätzen versehen werden, die den Körper angeblich vor so mancher Krankheit schützen sollen.
Joghurt verbessert die Darmflora und probiotische Mikroorganismen schützen das Immunsystem. Nur die wenigsten Menschen kennen sich mit den Fachbegriffen aus, die sie täglich auf ihren Lebensmitteln lesen. Immer häufiger werden die Lebensmittel im Labor mit besonderen Nährstoffen versehen, die nicht nur den menschlichen Organismus in Ordnung bringen sollen, sondern sogar teilweise Arzneimittel ähnliche Wirkungen mit sich bringen sollen.
So genannte „Designer-Nahrung“ findet sich fast in jedem Supermarktregal und ist schon lange keine Seltenheit mehr. Sie schützen die Darmflora, stärken die Abwehrkräfte und sorgen für einen ausgeglichenen Energiehaushalt im Körper. Die Lebensmittelindustrie verwendet den Begriff „Nutraceuticals“ vor allem für Nahrungsergänzungsmittel, medizinische Nahrungsmittel und funktionale Nahrungsmittel. Konsumenten kennen den Begriff häufiger unter Schlagworten wie „Probiotischer Joghurt“ oder auch die bekannten Light-Produkte.
In den Werbespots werden die neuartigen Produkte als Weltverbesserer angepriesen, die winzige Bildunterschrift „Nur in Verbindung mit einer gesunden Ernährung“ oder „Zusätzlich zum gesunden Lebensstil“ überlesen allerdings die meisten Zuschauer. Und das ist auch das Problem der Designerprodukte. Denn die Wirkungsfähigkeit der „Nutraceuticals“ – genmanipulierte Lebensmittel, die mit Arzneimitteln versehen wurden – konnte noch nicht ausreichend festgestellt werden. Bisher wurden zu wenige Studien über die „Nutraceuticals“ geführt und nur einige konnten eine Wirkung feststellen, deren Ergebnisse aber teilweise nicht überprüft wurden. In der Regel handelt es sich bei den Arzneimitteln nicht um starke Pharmazeutika, sondern um Mikronährstoffe, wie Vitamine und Spurenelemente. Ein Vitaminmangel im Körper kann schnell festgestellt werden, ein positiver Effekt durch die erhöhte Zufuhr allerdings nicht.
Die neuartigen Lebensmittel aus dem Labor sind also nicht nur wegen ihrer Herstellung äußerst umstritten, sondern auch wegen ihrer angeblich fehlenden Wirkung auf den menschlichen Körper. Eine ausgeglichene Ernährung ist zwar unumstritten gesundheitsfördernd, eine erhöhte Einnahme der Nähstoffe allerdings nicht bewiesen. Die Wirkungskraft der Designernahrung ist daher nicht mit Gewissheit zu sagen. Eine gesunde Ernährung sollte sich daher, solange keine umfassenden Studien durchgeführt wurden, auf Lebensmittel beschränken, die nicht aus dem Labor kommen, sondern aus dem Garten.





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