Wer unter Reizdarm leidet, muss häufig mit Krämpfen leben
Vor Prüfungen oder aufreibenden Situationen haben es bestimmt viele von uns schon einmal erlebt, dass sie so aufgeregt waren, dass sie alle paar Minuten auf die Toilette mussten. Unsere Aufgeregtheit macht im wahrsten Sinne des Wortes auch unseren Magen und Darm ganz nervös. Nicht umsonst gibt es die Redewendung: Das ist mir auf den Magen geschlagen. In solchen Situationen gibt es keinen organischen oder biochemischen Grund dafür, dass wir vermehrt auf die Toilette müssen oder unter Magenschmerzen leiden. Man spricht dann vom Reizdarm Syndrom.
Das Reizdarm Syndrom beschreibt das Auftreten verschiedener Symptome von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, ohne dass solche Erkrankungen tatsächlich vorliegen. Symptome des Reizdarms sind Schmerzen und Unwohlsein im Bauchraum, verbunden mit Durchfall, Verstopfungen oder Veränderungen der Stuhlkonsistenz.
Reizdarm – Ja oder Nein?
Du leidest häufig unter Bauchschmerzen oder Druck im Unterbauch? Du bemerkst Veränderungen in Deinem Stuhlgang? Du hast Blähungen, die schon länger als 3 Wochen anhalten und einfach nicht weggehen wollen? Oder Dein Bauch reagiert allgemein sehr empfindlich auf Druck von außen? Wenn Du außerdem oft Magenkrämpfe und Durchfall hast, fragst Du Dich vielleicht, ob Du unter einem Reizdarm leidest. Das kann sein, muss aber nicht, denn die Symptome für einen Reizdarm sind leider nicht ganz eindeutig. Neben den eben genannten Reizdarm Symptomen gehören auch folgende, eher untypische Symptome zu denen des Reizdarms:
- Saures Aufstoßen
- Schleimbeimengungen im Stuhl
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Schlaf- und Konzentrationsstörungen
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Kreislaufbeschwerden
- Innere Unruhe und Nervosität
- Vermehrtes Schwitzen
- Herzrasen und Atemnot
- Depressive Verstimmung und Angststörungen
Am sichersten ist es deshalb, wenn Du einen Facharzt, also einen Gastroenterologen, um Rat fragst. Wenn Dein Arzt keine körperlichen Gründe für Deine Beschwerden feststellen kann, dann liegt bei Dir vermutlich das Reizdarm Syndrom vor. Doch keine Panik: Ein Reizdarm ist zwar manchmal unangenehm, aber für Deine Gesundheit völlig ungefährlich. Viele Menschen mit Reizdarm leben sogar länger, weil sie sich gesünder ernähren als der Durchschnitt und auch Vorsorgeuntersuchungen öfter wahrnehmen.
Einmal Reizdarm immer Reizdarm?
Was konkret das Reizdarm Syndrom verursacht, konnte von der Forschung noch nicht nachgewiesen werden. Psychische Gründe, eine gesteigerte Nervenaktivität des darmeigenen Nervensystems, eine Störung der Darmflora oder der Darmbeweglichkeit werden vermutet, können aber auf körperlicher Ebene nicht lokalisiert und dementsprechend nicht behandelt werden. Da die Ursache nicht bekannt ist, gibt es auch noch keine Therapie, die den Reizdarm an sich bekämpft, sondern nur dessen Symptome wie Verstopfungen oder Durchfall. Jetzt heißt es aber, nicht den Kopf hängen zu lassen, sondern aktiv zu werden! Auch, wenn der Arzt nichts findet, was Deine Beschwerden verursacht. Sie sind real. Und genau so real sind auch die Faktoren, die die Reizdarm-Probleme bei Dir auslösen. Meistens sind die unmittelbaren Auslöser der Reizdarm-Beschwerden gewisse Nahrungsmittel oder Stress. Und wenn Du weißt, was bei Dir die Beschwerden auslöst, dann kannst Du genau diese Auslöser vermeiden und trotz Reizdarm ein ganz normales und zufriedenes Leben führen.
Besser leben mit Reizdarm: 10 Tipps
Es gibt keine allgemeingültige Regel für den richtigen Umgang mit einem Reizdarm, aber hier haben wir einige Tipps für Dich, die Dir das Leben mit dem Reizdarm um einiges leichter machen können:
1. Führe ein Ernährungstagebuch, in dem Du festhältst, was genau Du gegessen hast und wie es Dir körperlich aber auch psychisch geht.
2. Vermeide Speisen, die eindeutig zu den Beschwerdeauslösern gehören. Nicht geeignet bei Reizdarm sind fette und blähende Speisen wie Hülsenfrüchte, scharfe Gerichte, Datteln, Bananen, Rosinen und Weißmehlprodukte.
3. Versuche möglichst regelmäßig und in Ruhe zu essen. Streitgespräche oder ein Sandwich auf dem Weg zum Meeting sollten tabu sein. Bei den Mahlzeiten gilt zudem: Besser mehrere kleine Portionen als eine große Portion essen.
4. Wenn Du Gemüse zubereitest, dünste es und gib Kümmel oder Fenchel dazu, diese Gewürze lindern Blähungen, auch Kamille und Pfefferminze können die Beschwerden lindern, die zum Reizdarm führen können.
5. Vermeide Genussmittel wie Kaffee, schwarzen Tee, koffeinhaltige Getränke oder Zigaretten, auch diese können Auslöser des Reizdarm Syndroms sein.
6. Trinke pro Tag mindestens zwei Liter – aber bitte keine zu heißen oder eiskalten Getränke! Kohlensäure solltest Du auch lieber meiden, wenn Du an einem Reizdarm leidest.
7. Probiere probiotische Nahrungsmittel aus, die die Darmflora unterstützen.
8. Informiere Dich in der Apotheke über möglichst sanfte Medikamente, die bei Deinen Reizdarm-Beschwerden erste Hilfe leisten können. Wenn Du in Prüfungssituationen unter Durchfall leidest, wird es Dir besser gehen, wenn Du für den Ernstfall versorgt bist und das Mittel in der Tasche hast.
9. Bei akuten Schmerzen durch Krämpfe, Verstopfungen oder Durchfall schafft oft allein Wärme schon eine Erleichterung. Wenn Du nicht mit Wärmflasche im Büro sitzen willst, kannst Du Dir Thermopflaster besorgen.
10. Informier Dich über Entspannungsübungen, Autogenes Training oder meditative Sportarten wie Pilates oder Yoga. Leichte Gymnastik unterstützt die Darmaktivität und aktive Entspannung hilft Dir, Dein Stresslevel zu reduzieren und den Reizdarm nicht akut werden zu lassen.
Bei Dir wurde Reizdarm festgestellt? Lass Dich nicht unterkriegen. Das Reizdarm Syndrom ist kein Weltuntergang. Ganz im Gegenteil. Wenn Du Dich und Deinen Körper gut beobachtest und kennst, kannst Du ohne Beschwerden gut und wahrscheinlich noch gesünder als viele andere Menschen leben!












Reizdarm: Besser leben mit Reizdarm: 2 Kommentare
Reizdarm: Besser leben mit Reizdarm wurde bereits 2 mal kommentiert. Alle Meinungen gibt's hier. Was sagst Du dazu?
von: funky_funky, am: 15.05.2013, 17:13h
mein Vater hat auch Probleme mit dem Reizdarm... sehr unangenehm für ihn, ich bin bisher zumindest verschont geblieben!
von: mimi1608, am: 16.11.2012, 18:04h
Eine Freundin von mir hat Reizdarm und meinte, dass Reizdarm auf jeden Fall auch psychische Ursachen hat!